Dienstag, 21.11.2017

Ministerbesuch aus Paraguay bei Indianerhilfe in Paraguay e. V.

12.12.2014 17:45

 

Ministerbesuch aus Paraguay bei Indianerhilfe in Paraguay e. V. am 24.November 2014

 

Der Vizeminister für Bildung und Kultur der Republik Paraguay, Dr. Gerardo Gómez Morales, stattete am 24.November 2014 dem Verein Indianerhilfe in Paraguay e.V. einen Besuch ab. Mitglieder des Vereins und Pfarrer Lütge als Hausherr begrüßten den Gast im Karl Heine Haus der Pfarrgemeinde St Marien, Mellendorf.

Begleitet wurde Dr. Gomez von der Länderreferentin für Lateinamerika von Adveniat, Frau Monika Lauer-Perez, und Herrn Georg Poddig vom Bistum Hildesheim. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat Herrn Dr.Gómez nach Deutschland eingeladen im Rahmen ihrer Jahresaktion 2014. Unter dem Motto „Ich will Zukunft" stellt Adveniat die Förderung der Jugend in den Ländern Südamerikas in den Vordergrund. Bildungsinitiativen und Friedensarbeit gegen Armut, Gewalt, gegen fehlende Bildungschancen und Arbeitslosigkeit sind die brennenden Themen, denen sich auch die Regierung von Paraguay und im Besonderen das Ministerium, in dem Dr. Gomez Verantwortung trägt, gegenüber sieht. Der Verein Indianerhilfe in Paraguay e.V. versucht mit seinen  Aktivitäten vergleichbare Probleme zu mildern, jedoch liegt der Schwerpunkt bei den Indigenen im Unterschied zu den staatlichen Stellen.

Dr. Gerards Gómez Morales, Professor für Ethik an der Katholischen Universität in der Hauptstadt Asunción und heute Vizeminister im paraguayischen Bildungsministerium widmet sich seit 40 Jahren der Arbeit mit Jugendlichen. Aus armen Verhältnissen und sozialer Isolierung fand er früh seinen Weg. Nach Abschluss der Schule führte sein akademischer Weg mit einem Stipendium nach Deutschland. In Tübingen studierte er Moraltheologie, das er mit der Promotion abschloss. Die perfekte deutsche Sprache erleichterte unser Gespräch mit Dr. Gomez Morales.

Nach seinen Ausführungen sieht sich die paraguayische Regierung den Gesetzen und Regelungen entsprechend in der Verantwortung für die Indigenen als paraguayische Bürger, das schließt ein die Förderung der Bildung und Ausbildung von der Vorschule über die neunjährige Grundschule bis zum Abitur und dem möglichen Studium ebenso auch die Berufsausbildung sowie die Förderung der Erwachsenenbildung. So obliegt es dem Staat für die Errichtung von Schulen zu sorgen auch für die Indigenen. Jede Dorfgemeinschaft hat für eine Mahlzeit in den oft als Ganztagsschulen geführten Einrichtungen zu sorgen. Es geschieht aber seit Jahren, dass sich niemand um den Bau von Schulen in weit entfernt gelegenen Orten kümmert, keine Verkehrsverbindungen zu den staatlichen Schulen in den Städten bestehen oder die armen Familien die Unterhaltung der Schulen und z.B. Schulspeisung nicht über ihre Gemeinde aufbringen können. Dr. Gomez Morales kennt die Situationen. Er zollt der Arbeit des Vereins Indianerhilfe großen Respekt und Dank, dass er Lücken ausfüllt, die der Staat bisher nicht erreicht. Diese Leistung wird nach übereinstimmender Meinung wohl noch Jahre anhalten. Dennoch ermuntert Dr. Gomez Morales den Verein Indianerhilfe, staatliche Unterstützung einzufordern. Das gilt für Schulbauten, Berufsausbildungszentren und  Gesundheitsstationen.

Der Verein Indianerhilfe in Paraguay e.V. wird in Zukunft berechtigte Ansprüche der Indigenen an staatliche Stellen für die von ihnen erbetenen Projekte einfordern.

 

 

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