Ärztin lebt jetzt bei den Indianern in der Siedlung Tunocojai
Eines der größten Projekte des Vereins Indianerhilfe Paraguay ist vor kurzem abgeschlossen worden: Insgesamt 516740 Euro wurden in den Jahren 1998 bis 2004 verwendet, um für die Ayoreo-Indianer im Norden Paraguays unter anderem zwei Schulen zu bauen, Indianerlehrer auszubilden, Unterrichtsmaterial zu erarbeiten und die Rinderzucht zu fördern. Der Löwenanteil dieses Geldes kam vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Verein Indianerhilfe Paraguay hat als Nicht-Regierungsorganisation das Projekt geplant, Spenden gesammelt, das Geld beantragt und die Partner in Paraguay bei der Realisierung unterstützt. Zur Eröffnung des letzten Projektabschnittes, der Gesundheitsstation Tunocojai, sind zwei Mitglieder des Vereins aus der Wedemark gereist, Pfarrer Karl Heine und der Fotograf Manfred Zimmermann. "Die Förderung der Gesundheitsfürsorge gehört zu den satzungsmäßigen Grundsätzen unseres Vereins", sagte Pfarrer Karl Heine aus Mellendorf anlässlich der Eröffnungsfeier zu den versammelten Ayoreos und den Vertretern der Regierung und der medizinischen Universität, die extra aus Asuncion hoch in den Norden gereist waren.
Die Gesundheitsstation ist für die Versorgung der 300 Ayoreo-Familien aus den Siedlungen Tunucojai, Campo Loro und Ebetogeue gebaut worden. Sie hat zwei Behandlungsräume, zwei Krankenzimmer mit insgesamt drei Betten und einen kleinen Medikamentenraum für den Vorrat an Schmerz- und Durchfallmitteln und Antibiotika, die in Paraguay generell sehr teuer sind. Die paraguayische Ärztin Raquel Aguayo lebt zukünftig zusammen mit einer Krankenschwester in der Siedlung. Einen ersten Fall hatte sie gleich bei Einweihung zu behandeln: Ein kleines Kind litt unter Halsschmerzen und die Ärztin vermutete eine Grippe. Eine Zahnärztin wird alle zwei Wochen für Untersuchungen vorbei kommen. "Die Ayoreos wollen ihren Mund für die Untersuchung der Zähne nicht aufmachen", erzählt Sonia Paredes, die gerade ihr Zahnmedizin-Studium beendet hat. Die Erwachsenen und Kinder seien alle sehr schüchtern, hätten aber insgesamt schlechte Zähne, berichtet die junge Ärztin.

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03.12.2008 01:00
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