Dienstag, 07.02.2012

 Medizinische Nothilfe für Ava Guaraní um Nueva Esperanza, Alto Paraná, Paraguay

 

1.      Angaben zum Antragsteller und zur fachlichen Qualifikation der / des Durchführenden

1.1.  Der Verein Indianerhilfe in Paraguay e. V. ( IP ) unterstützt seit 1978 mit Projekten zur Verbesserung der Ernährungsgrundlage, Verbesserung der Gesundheit, schulischer und beruflicher Bildung sowie rechtlicher Sicherung des Landes die Hilfe zur Selbsthilfe der indianische Bevölkerung in Paraguay, in der Absicht die Armut dieser Menschen zu bekämpfen.

1.2.  Seit Anbeginn arbeitet IP mit der Genossenschaft der Steyler Schwestern, unter ihnen eine langjährig tätige Gesundheitshelferin, zusammen, die in Nueva Esperanza in Ostparaguay eine Indianermission betreiben. Die Missionierung ist absolut nachrangig. Vielmehr sind sie erfahrene Sozialhelferinnen für die Indianer in allen Fragen der sozialen, wirtschaftlichen, medizinischen oder sonstigen Art und sind für IP als Personen des Vertrauens tätig.

 

2.      Inhalt und Zielsetzung des Projektes

2.1.  Die indianische Bevölkerung lebt in weit abgelegenen, offenen, kleinen Siedlungen auf dem Land.  Sie betreiben für die Selbstversorgung Landwirtschaft, verkaufen mögliche Überschüsse und verdienen gelegentlich als Tagelöhner etwas Geld. Die teilweise 50 Kilometer entfernte Siedlung Nueva Esperanza erreichen sie nur über Erdstrassen zu Fuß.

 

2.2.   Die medizinische Versorgung der Indianer beschränkt sich auf die Naturheilkunde der Schamanen und die kostenfreien Untersuchungen in den wöchentlich nur wenige Stunden besetzten Gesundheitsposten, wo jedoch Medikamente oder Krankenbetten fehlen. Die Notfallversorgung darüber hinaus ist dort ausgeschlossen. Indianer werden wegen ihrer Herkunft, der ärmlichen, abgerissenen Erscheinung und fehlender finanzieller Mittel nur selten ausreichend behandelt und bedürfen unserer Hilfe. Bei den wenigen Ärzten und in weit entfernten Krankenhäusern, das nächste ist ungefähr 90 Kilometer entfernt, sind vor der Behandlung die Kosten zu bezahlen. Medikamente, Verpflegung und Pflege sind beim Aufenthalt im Krankenhaus auch selbst zu organisieren und zu leisten. Dazu sind die Indianer nicht in der Lage. Wenn sie in Not geraten, suchen sie die Hilfe in der Station in Nueva Esperanza.

 

 

2.3.  Besonders Frauen und Kinder leiden unter der mangelhaften medizinischen Versorgung im Notfall wie Komplikationen bei Schwangeren ( Sturzgeburten, Kaiserschnitt, pränatale Komplikationen ); häufig ,auftretende Krankheiten der Atemwege bei Kindern (Lungenentzündung, Grippe und Tuberkulose ); Erkrankungen der Verdauungsorgane ( Durchfall, Erbrechen, Dehydrierung); Unfälle mit Knochenbrüchen und offenen oder stumpfe Verletzungen aller Art; akute Schübe chronischer Erkrankungen ( Schälblattern, Krebs, Nieren- und Herzleiden ). Die Gesundheitshelferin in der Missionsstation ist in der Lage situationsgerecht die notwendigen Maßnahmen zu erkennen und für die entsprechende Hilfe zu sorgen.

 

2.4.  In dem Projekt sollen die Indianer die Möglichkeit haben, in akuten und Notfällen medizinisch versorgt zu werden. Die medizinische Erstversorgung auch mit Medikamenten und Hilfsmitteln soll gesichert, der Transport ins Krankenhaus und die weitere notwendige Behandlung bei Ärzten oder Krankenhäusern ermöglicht werden. Damit werden häufig Leben gerettet oder schwere gesundheitliche Schäden bei den Betroffenen vermieden.

 

 

3.      Art und Umfang der Durchführung

Jährlich sind erfahrungsgemäß ungefähr 120 Fälle der Nothilfe zu erwarten. Im Bedarfsfall erfolgt die  schnelle Hilfe durch Versorgung hauptsächlich mit Medikamenten sowie Hilfsmitteln, häufig durch Krankentransport und Kostenübernahme bei den Ärzten und Krankenhäusern und gelegentlich durch Unterstützung bei der Pflege der Erkrankten. Gleichzeitig wird die Gelegenheit genutzt, Ratschläge zur Verhaltensweise für die gesundheitliche Vorsorge zu geben.

Das Projekt von insgesamt 10 000,-- Euro wird mit finanzieller Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, eigenen Mitteln und einem Eigenanteil vor Ort in Paraguay getragen.

 

4.      Ökologische bzw. nachhaltige Auswirkungen des Projektes

Die medizinische Nothilfe verbessert die gesundheitliche Situation der indianischen Bevölkerung und bildet damit eine wesentliche Grundlage sich auch in Zukunft mit unserer Unterstützung sozial sowie wirtschaftlich weiter zu entwickeln und die Armut zu überwinden.

 

5.      Beginn und Zeitplan des Projektes

Dauer: 01. November 2010 bis 31. Oktober 2012

Der Projektablauf wird regelmäßig halbjährlich auf seine Wirksamkeit überprüft, damit die Mittelzuweisung dem Bedarf entsprechend erfolgen kann.

 

6.      Aussagen zur Nachhaltigkeit des Projektes

Die indianische Bevölkerung Paraguays ist nach wie vor am unteren Ende der sozialen Leiter anzutreffen. Die Erfahrung mit den bisherigen Projekten hat gezeigt, dass die Hilfe zur Selbsthilfe ankommt, wenn die Indianer die Hilfe wollen und sie erfolgreich ist. Die Indianer entwickeln dann die Eigeninitiative, um für die Zukunft vorzusorgen und den Weg aus der Armut zu finden. Bei der medizinischen Versorgung vertrauen sie noch auf die Naturheilkunde der Schamanen, sind aber bereit, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn moderne Medizin in Anspruch genommen werden muss.

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